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jiffybox als zeitgesteuerter Backup-Server

Seit letztem Jahr bietet der Münchner Webhoster domainfactory unter der Marke jiffybox Cloudserver on Demand an, das bedeutet:

Jederzeit skalierbare, virtualisierte Server stellen stets die Leistung zur Verfügung, die gerade benötigt wird. Und das on demand, ohne starres Preiskorsett.

Die kleinste jb mit 50 GB Speicherplatz, 1 GB RAM und 2 CPU-Kernen kostet 0,02 € die Stunde, bei einer sekundengenauen Abrechnung. Nutzt man diese ein komplettes Monat, sind das ca. 15 €. Interessant wird es aber erst, wenn man seine jb bei Nichtbenutzung “einfriert”, dann werden nur 0,005 € pro Stunde fällig.

Durch die Nutzung der jiffybox API hat man außerdem die Möglichkeit, seine jb zeitgesteuert zu stoppen, einzufrieren, wieder aufzutauen und zu starten. Dies kann z. B. mittels eines PHP-Scriptes realisiert werden, welches im jiffybox Forum zur Verfügung steht.

Nach diesem Prinzip habe ich mir ein eigenes Backup-System aufgebaut, welches sich von verschiedenen Servern die Daten “on the fly” überträgt und auf der jiffybox speichert.

Nachdem der ganze Vorgang zur Sicherung und Übertragung von Dateien ca. eine Stunde dauert, ist meine jb auch nur dann aktiv, wenn ich sie wirklich benötige. Per Cronjob “taue” ich die jb auf, starte sie, sichere/übertrage die Daten, stoppe die jb wieder und friere sie anschließend ein. Somit benötige ich die jb effektiv nur 1 – 2 Stunden am Tag, welche mit dadurch ca. 5 € im Monat kostet.

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  1. 24. Februar 2011, 15:16 | #1

    Genau an dieses Nutzungsszenario hatte ich auch als erstes gedacht. Doch schon beim ersten Durchrechnen habe ich es wieder ad acta gelegt: 5€ im Monat für 50GB kann vielleicht mit Dropbox konkurrieren, freilich ohne dessen Komfort zu bieten. Beispielsweise beim Strato HiDrive bekommt man für 5€ im Monat aber 100GB und für 10€ 500GB Speicher, die nicht erst für die Benutzung hochgefahren werden müssen und dann auch noch bei währenddessen teurer werden. Zudem sind dort RSync, FTP, SMB/CIFS, WebDAV und Webinterface jeweils auch verschlüsselt und mit gültigem Zertifikat ohne weitere Konfiguration aktiv und vor allem ohne, dass man irgendwelche Software aktuell halten müsste. Über OpenVPN und Windows-Freigaben lassen sich dort ohne weiteres eigene TrueCrypt Container mounten, was man bei der jiffyBOX erst mal zurechtbasteln müsste.

    Die jiffyBOX als Backup-Space ist also eher weniger zweckmäßig, aber es ist natürlich ein faszinierendes Bastelprojekt. Ich sehe den Nutzwert aber eher als Entwicklungs-oder Testingserver oder für Lastspitzen.

  2. tabsl
    24. Februar 2011, 15:53 | #2

    Ich habe vielleicht noch einen wichtigen Bestandteil vergessen, wieso ich mich so entschieden habe. ;-)
    Hat man keinen eigenen Server, sondern “nur” ein Webhostingpaket (egal welche Größe), sind die Scriptlaufzeiten, auch bei Cronjobs, begrenzt. Somit ist es nicht automatisiert möglich, die Daten zu sichern, da das Script irgendwann abbricht.
    Von der jiffybox aus kann ich mich per SSH einloggen und das Backup-Script starten, ohne dass es irgendwann abbricht.

  3. phrosch
    25. Februar 2011, 09:27 | #3

    Was im Artikel nicht wirklich klar dargestellt wird aber das Hauptargument für die jB ist:

    Bei einem Ausfall kann die jB innerhalb von Sekunden hochgefahren und die Aufgaben des Produktivsystems übernehmen. Grade bei Systemen mit vielen Benutzern kostet jede Aufallminute richtig Geld.

    Nicht dass ich in meinem ManagedServer von domainfactory einen Ausfall erwarte, aber grade für “Fremdhoster” bietet das ungeahnte Möglichkeiten.

  4. 5. September 2011, 12:57 | #4

    mit amazon s3 habe ich es etwas einfacher, nix hochfahren, nix runterfahren, immer da, von allen geräten aus, apps ohne ende und eine super verfügbarkeit zu einem super preis… unendlich skalierbar…

  5. tabsl
    5. September 2011, 12:58 | #5

    wie sind da die preise?

  6. Olaf
    4. Oktober 2011, 15:43 | #6

    amazon s3 hat aber den Nachteil des Serverstandortes. Mit der JiffyBox hast due garantiert Deutschland als Serverstandort. Datenschutz deiner eigenen und deiner Kundendaten. Der BND ist längst nicht so penetrant schnüffelnd wie die Kollegen auf der anderen Seite vom großen Wasser.

  7. Karl Richter
    16. Januar 2016, 22:44 | #7

    Also Amazon käme für mich auch aus genannten Gründen nicht in Frage.
    Ich war bisher mit DF mehr als zufrieden. Leider zieht auch Domainfactory um (https://www.df.eu/unternehmen/rechenzentrum/umzug/) und damit werde ich wohl auch wieder auf die Suche nach einer Alternative sein. Ist aber immer noch besser als MS, Google oder Amazon.

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